ccbArts . Acryl auf Leinwand . 60 x 50 cm . 2022 – 2025
Wer sich durch den Titel an einen Film aus dem 70er Jahren erinnert fühlt, dem sei bestätigt, dass es sich durchaus um eine Hommage handelt, obwohl sich die Bildbedeutung nicht direkt darauf bezieht.
Auf der linken Seiten sehen Sie eine bunte Blumenwiese mit einer Steintreppe, die hoch zu einem Schlüsselloch führt. Diese Stufen – steinig und mühsam – repräsentieren den Aufstieg des Menschen zu einer höheren Bewusstseinsstufe (symbolisiert durch das Schlüsselloch), der nur im Einklang mit der Natur (Wiese) gelingen kann. Geschützt ist das Schlüsselloch, welches den Kosmos enthält, durch einen Torbogen aus Stein, der für Beständigkeit und Ewigkeit steht und die Trinität trägt. Hier findet der Übergang in den heiligen Raum statt – vorausgesetzt, man verfügt über den Schlüssel. Links neben dem Tor ragt ein mächtiger Baum in die Höhe, der Leben und Wachstum symbolisiert und als kosmische Achse verstanden werden kann, als Weltenbaum. Dieser ist mit Pilzen bewachsen, die in vielen Mythen als Verbindung zur anderen Welt gelten.
Aus dieser Umgebung stammt die Figur, eine Allegorie auf Mutter Natur. Ihr Haupt ist umwickelt von einem blau/grünen Tuch, was auf ihre Balance zwischen Geist und Natur anspielt. Geziert wird die Kopfbedeckung durch Rosen, die nicht nur ein Symbol für die Liebe darstellen, sondern auch für Vergänglichkeit und verborgenes Wissen (sub rosa). Sie ist ein Sinnbild des heilig Weiblichen, wodurch die Figur als Mutter Natur identifiziert wird. Zudem repräsentieren sie ein hohes Bewusstsein und erinnern durch ihre spiralförmigen Blätter ein wenig an die Fibonacci-Spirale, die wiederum für die perfekte Schönheit der Natur und die kosmische Ordnung steht.
Die Hände der Figur sind schützend über ihre Brust gekreuzt, denn sie will das Heilige in Sicherheit wiegen. Jedoch sind ihre Gelenke in Ketten. Die Harmonie, die auf der linken Seite geherrscht hat, gibt es nicht mehr. Doch sie lässt sich davon nicht entmutigen. Der Blick ist mutig und fokussiert. Sie ist bereit, sich zu stellen. Um zu beschützen. Um zu bewahren.
Der krasse Kontrast zur linken Seite findet sich auf der rechten Seite. Dort ragen bedrückende, anonyme Wolkenkratzer in einen trostlosen Himmel. Wer genau hinsieht, erkennt einen Binärcode im Himmel, eine Anspielung auf Polaritäten bzw. das Fehlen der Facetten dazwischen und auf die totale Mechanisierung, die keine Menschlichkeit mehr duldet. Wo Unmenschlichkeit und Kälte herrschen, dort ist der Tod. Ein schwarzer Würfel, der in psychologischen Interpretationen oft mit Eingrenzung, Kontrolle und Starrheit im Denken assoziiert wird, bekräftigt den Eindruck noch weiter.
Doch Mutter Natur hat trotz ihrer Fesseln immer noch Macht. In ihrer Nähe sind die Formen der Häuser weicher, während sie immer cartoonartiger werden, je weiter der Abstand ist. Es gibt Hoffnung! Die Wärme der Figur strahlt nach außen hin zur kargen Betonwüste, symbolisiert durch die drei Farbstreifen am rechten unteren Rand des Gemäldes, wo sie auf eine weitere Figur treffen und diese zur Heldin machen. Die Kraft der Mutter ist nun auf sie übergegangen und sie tritt dieser tristen Welt unerschrocken entgegen. Damit hat sie die besten Chancen, sich den Weg zum Torbogen wieder freizukämpfen.